Schädelfeld

Schaedelfeld SchädelfeldDariusz Muszer
Schädelfeld
Roman

A1 Verlag
München 2015
376 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-940666-68-0

erschienen: Herbst 2015

 


Klappentext:

 

Der Krieg auf einer Parallel-Erde ist vorbei, die Europa-Union aufgelöst, die Erde verwüstet und unbrauchbar gemacht. Es gibt nur wenig Nahrung, kaum Tiere und Pflanzen. Aschhäute, die übrig gebliebenen Menschen, kämpfen ums nackte Überleben. In diesem apokalyptischen Szenario arbeiten Kalong und sein Sohn Justus auf einem Feld, wo während des Krieges Opfer aus dem naheliegenden Lager verscharrt wurden. Sie und andere Buddler graben die Skelette aus, um daraus brauchbare Rohstoffe und wiederverwendbare technische Ersatzteile zu gewinnen.

Liv, Kalongs Frau, und ihre Tochter Kara kümmern sich unterdessen um einen heruntergekommenen Bauernhof, wo sich noch zwei weitere Personen aufhalten: Zunrita, eine wagemutige Frau, für die es keine unlösbaren Aufgaben gibt, und Hagid, ein ehemaliger Soldat, der beide Hände verloren hat und darauf wartet, bis sie ihm nachgewachsen sind.

Als der Askari-Hauptmann Triglahn mit seinen Soldaten den Bauernhof angreifen will, müssen die Bewohner einen Weg finden, um vor der Übermacht zu fliehen.

Ein bizarr-skurriler Roman über Liebe, Mitmenschlichkeit, Verantwortung, Grausamkeit und Hass auf einem einst idyllischen Planeten, der allein von Menschenhand zerstört wurde. Auch die Erde selbst kommt zu Wort und singt ihr Klageslied. Und das Multiversum hört aufmerksam zu.


 

Stimmen zum Buch:

 

Muszers Dystopie übt einen starken Sog auf den Leser aus, dem man sich trotz der komplexen und skurrilen Handlung … nicht entziehen kann. Nachdenklich macht auch ein im Roman deutlich werdendes soziales Bewusstsein, das wiederholt auf den Holocaust verweist: „Der allgegenwärtige Tod treibt die menschen in den Wahnsinn. Wir wühlen in den Gräbern, und die Toten sitzen uns im Nacken.“ Und doch ist Muszers Werk kein endgültiger Abgesang auf den Menschen, weil in seinem Gewissen und i seiner Vernunft für immer Keime der Hoffnung auf eine bessere Welt angelegt bleiben.
Bartholomäus Figatowski, DAS SCIENCE FICTION JAHR 2016

Muszer brilliert in seinem zweiten phantastischen Roman mit einem Feuerwerk schräger Einfälle. Hinzukommen zutiefst philosophische Fragen, etwa die nach der Möglichkeit, menschlich zu handeln in einer Gesellschaft, die Menschlichkeit nicht zulässt. Oder danach, wie ein Mensch zu einem Massenmörder wird. [mehr…]
Gerd Bedszent, DIE TAGESZEITUNG „junge Welt“

Dariusz Muszers neuer, glänzend unterhaltsamer Roman „Schädelfeld“ schickt Menschen auf Abwege ins Multiversum. … Man muss diesen wunderbar verrückten Roman in erster Linie als Warnung an die Menschheit verstehen, die mit dem Feuer spielt und eigentlich nur eine Aufgabe hat: Eine Utopie zu realisieren, in der Konzentrationslager und Massenvernichtungswaffen keinen Platz mehr haben. Dariusz Muszer ist ein Moralist par excellence, der getrost zu den Guten gezählt werden darf, denn – so der polnische Autor – die Freiheit sei ein Gut, das man um jeden Preis verteidigen müsse. [mehr…]
Artur Becker, FRANKFURTER RUNDSCHAU

„Schädelfeld“ ist ein finsterer, souverän geschriebener Gegenentwurf zu den glänzend inszenierten, kommerziellen Science-Fiction-Welten à la Star Wars. Trotz aller Kaputtheit der Szenerie ist in dem Buch immer eine gehörige Portion Ironie mit im Spiel, der Schalk und Anarchist lugt bei Dariusz Muszer selbst in den schwärzesten Momenten beständig um die Ecke.
Bruno Lässer, VORARLBERGER NACHRICHTEN

Dariusz Muszer ist ein großer Fan von Knut Hamsun. Und wie bei dem norwegischen Literaturnobelpreisträger so steht auch bei Muszer die existenzielle Ausnahmesituation und das, was sie aus Menschen und menschenähnlichen Wesen machen kann, im Zentrum seines Interesses. Sein Roman ist ein Gegenwurf zur „Utopie“ des Thomas Morus: Er entwirft ein höchst düsteres Szenario von der Gesellschaft der künftigen Erdbewohner. [mehr…]
Katrin Hillgruber, BAYERN 2, Diwan – Das Büchermagazin

Jeder, der sich gerne in eine phantastische Welt der skurrilen Szenarien entführen lässt, in denen Protagonisten agieren, die durch ihre Vielschichtigkeit bestechen, sollte sich von Dariusz Muszer auf das Schädelfeld führen lassen – und sich dabei aber nicht wundern, wenn ihm dort Leichenschänder, Menschenfresser, Außerirdische und kybernetisch sowie gentechnisch veränderte Personen begegnen. [mehr…]
Jan Gardemann, PHANTASTISCH!

In diesem herrlichen Buch lässt es sich lesend versinken. Kaufen und tschüss!
Urs Heinz Aerni, BERG.LINK

… die Welt, in die uns der Roman … entführt, taumelt schon wieder am Rande des Abgrunds. Die Union (ein Schelm, wer an die EU denkt) führt längst Krieg gegen die Menschen, die nun «Aschhäute» heissen, ein Name, der zu ihrer ausgepowerten, längst nicht mehr grünen Erde passt. Dafür stecken sie selbst voller Technik, sind eher lebende Halbleiter als Fleisch, von dem sie sich andererseits ernähren müssen. Doch wo selbst Kaninchen batteriebetrieben sind, bleiben als letzte Subsistenzgrundlage nur noch die Artgenossen übrig. Durch diese Welt voller «Askarikrieger», die, als seien sie bei den Nazis in die Lehre gegangen, «Aschhäute» und «Lunakis» (eine neue Spezies von Mondbewohnern) industriell vernichten, um deren Reste in Nahrung und Energie umzuwandeln, schlagen sich Kalong und sein Adoptivsohn Justus, eigentlich ein vermasselter «Joldak», d. h. ein «Dazwischer», zusammen mit drei Frauen und halten die Fahne der Menschlichkeit hoch. Und die der Liebe. Denn wer liebte, wird sich auch in seiner neuen Existenz in einer Parallelwelt an die Geliebten erinnern.
jkf, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

Bereits der Titel des neuen Romans von Dariusz Muszer weckt beklemmende Assoziationen, und die erfüllen sich bei der Lektüre voll und ganz. „Schädelfeld“ ist ein böses Märchen über die Zerstörung des Planeten Erde, die von seinen Bewohnern, den Menschen, selbst ins Werk gesetzt wurde und wird. Ein Leser sollte gute Nerven haben, denn es bleibt ihm nichts (oder wenig) erspart. „Leiterung war eine der aufwendigsten und zeitraubendsten Methoden, jemanden zu Tode zu quälen. Man musste dem Delinquenten gekonnt viele Knochen und Gelenke brechen, bevor man ihn erfolgreich durch die Sprossen einer Leiter ziehen konnte. Dann lehnte man die Leiter gegen einen Baum oder eine Mauer und wartete geduldig.“ Nicht gerade eine Geschichte für zarte Seelen. [mehr…]
Michael Zeller, NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Dariusz Muszer … hat viele Themen in seinen futuristischen Roman „Schädelfeld“ gepackt. Zum einen existieren viele Parallelwelten zueinander und miteinander, bis durch die Zerstörung einer/der Erde ein Ungleichgewicht im Universum entstanden ist. Als letzte Rettung wird ein neuer Planet gebaut, dem jedoch auch wieder die totale Zerstörung droht. Der Mensch als Parasit wütet in jeder Hinsicht. Auf dieser Basis kreiert der Autor ein glaubwürdiges Szenario, erschreckend, brutal und intensiv zugleich. [mehr…]
Sabine Bovenkerk-Müller, SCHREIBLUST

Ich lese das Buch von Dariusz Muszer mit Vergnügen, mir gefällt die Art und Weise, wie er den Zustand der menschlichen Zivilisation bebildert und auch metaphysisch erhebt. Irgendwie schafft er es, dem absoluten Nihilismus des Tötens und Menschenfressens eine Ebene entgegenzustellen, auf der die Hoffnung noch nicht ganz abgeschlachtet ist (die Liebe, die Seele, die besseren Erden im Multiversum) – und dabei hat er durchaus Humor, was manchmal an Lem oder an die Strugazkis erinnert. Irgendwie bringt das Buch außerdem die Ängste ans Tageslicht, die heute vermutlich viele Leute umtreiben, was die Entwicklungen in Syrien etc. anbelangt.
Matthias Nawrat

Mitreißendes Fantasy-Spektakel. Eine fantastische Erzählung in einem gut abgestimmten Kontext bei der die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Ein sehr gutes Buch mit hohem Unterhaltungswert, das in jede Fantasy-Sammlung gehört. … Die Vielseitigkeit der Charaktere fesselt den Leser und sorgt für einen enormen Wandel in der Geschichte. Die Figuren sind tiefgründig und haben ihre eigenen Geschichten, was sie mehrdimensional macht und lebendiger wirken lässt. … Ein faszinierendes Szenario, bei dem man sich gerne mitreißen lässt.
DÜSSELDORFER LESEFREUNDE