Jan Gardemann: Ein unbehagliches Lesevergnügen

Dariusz Muszer präsentiert mit seinem Science-Fiction Roman „Gottes Homepage“ eine gute Mischung aus Aktion und schrägen Einfällen. Erstaunlich ist, wie er es schafft, die Geschichte trotz des Feuerwerks aus Ideen, mit dem er den Leser hin und wieder förmlich blendet, völlig glaubwürdig erscheinen zu lassen. Gerade die manchmal etwas abwegigen Einfälle und die seltsame Betonung […]

Clemens Niedenthal: Tiefschläge gegen Polen und Hannover

Dariusz Muszer las in Marburg   „Eigentlich ist Hannover genauso wie Posen, nur der Frühling ist halt zwei Wochen früher da.“ Wenn Dariusz Muszer seine Biografie reflektiert, tut er das nicht ohne einen lakonischen Unterton. Fast so, als wären jene aufregenden Szenarien, die da vom bundesdeutschen Feuilleton immer wieder aufs Tableau gehoben werden, nun wirklich […]

Olga Mannheimer: Was darf die Literatur, was darf sie nicht?

Sollten Exilautoren nur politisch korrekt schreiben, um der eigenen Gemeinde und dem Vaterland nicht zu schaden? Anmerkungen zur neuen Exilliteratur aus Osteuropa am Beispiel zweier polnischer Schriftsteller in Deutschland. „Die Wahrheit darf man vor Fremden nicht wiederholen.“ Diesen Satz, so Karl Kraus, benutzen „die Idioten sämtlicher Vaterländer“, um kritische Literaten als „Nestbeschmutzer“ zu diffamieren. In […]

Klaus Seehafer: Romanheld fackelt in seinen Träumen ganz Hannover ab

Krass wie Grass: Muszer Dariusz Muszers Geschichte ist ein einziger Wutschrei der politischen Inkorrektheit. Dabei erleichternd wie ein fantasievoller Fluch oder ein lang anhaltender Furz; dreist und deftig erzählt und eminent unterhaltsam. Das wirkt unbekümmert niedergeschrieben. Ein Eindruck, den nur hervorrufen kann, wer sich seiner artistischen Fähigkeiten sehr sicher ist. Das Buch könnte in Rage […]

Gerald Koll: Unbehagen schleicht sich an

Dariusz Muszers Debütroman   Erst gestern hat er “große Scheiße gebaut”, heißt es da im Roman “Die Freiheit riecht nach Vanille”. Die Rede ist von einem unsympathischen Mann und Massenmörder, der aus Polen einreist. Er kommt nach Hannover, die berüchtigte Stadt der Menschenschlächter, wo auch sein Schöpfer seit elf Jahren lebt: Dariusz Muszer. Göttinger Germanistikstudenten […]

Hilde Meier: Globalisierung, Runderneuerung, Nutella

Gegen Langeweile im Sommer wie im Winter helfen Bücher. Bitterböse Bücher sogar sehr gut. Der Roman „Gottes Homepage“ des polnischen Autors Dariusz Muszer aus dem A1 Verlag in München ist ein Meisterwerk für die Freizeitgestaltung. Die Geschichte über das Informationszeitalter behält uns in der Realität und ist doch Science Fiction genug, um sich im Jahr […]

Jürgen Hoppmann: Für einen Hauch einer anderen Welt

Der Autor zeigt viel schrecklich Wahres und wahrhaft Schreckliches. Die Lektüre des Romans verlangt starke Nerven und viel Lebensoptimismus vom Leser, der im Verlauf des Buches erheblich auf die Probe gestellt wird. Muszer erspart sich und uns nichts, schönt nichts und niemanden. Wenn es richtig eklig wird – und das passiert einige Mal ist es […]

Ulrich Blode: Absurde Existenz

Das Notausgang-Männchen auf dem Titelbild deutet den Weg: Der Homo Sapiens hat keinen Platz in der Zukunft.   Irgendwann in der Zukunft, wenn die Zeit nicht nach Zahlen bemessen wird, lebt der 128 Jahre alte Gospodin Gepin mit seiner Frau Freyja glücklich und zufrieden, denn es ist das Zeitalter des Regenbogens. Im Jahr des 88. […]

Die Würde der Steckdose ist unantastbar

Dariusz Muszer antwortet auf Fragen zu seinem Roman »Gottes Homepage«   Enno Prien: In Ihrem Roman »Gottes Homepage« schreibt ein Herr Gepin, der im 88. Violett lebt und 128 Jahre grau ist, seine Memoiren. Er tut das kurz vor seiner vierten Runderneuerung als einer der letzten Menschen; es gibt keinen Tod mehr und die Erde […]

Bea Lederer: Literarischer Narr und Grenzgänger

Dariusz Muszer liest aus „Gottes Homepage“   Er schaut nach oben. Doppeldeutig. Als ob Dariusz Muszer die Frage, wann er auf Deutsch, wann auf Polnisch schreibe, milde belächelte, zugleich aber an eine höhere Instanz verweisen wollte. Zwischen Ernst und Ironie laviert der zweisprachige Autor. Aber er ist auch Grenzgänger zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Wahrheit […]